FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMMAYR
Garsten am 15.09.2026 – Nach dem Tod eines 40-jährigen Insassen im Forensisch-Therapeutischen Zentrum Garsten laufen Ermittlungen wegen Mordverdachts.
Der 40-jährige Mann wurde tot im Forensisch-Therapeutischen Zentrum (FTZ) Garsten aufgefunden. Notarzt, Polizei und Amtsarzt waren im Einsatz. Die Ermittlungen führt das Landeskriminalamt Oberösterreich; die Staatsanwaltschaft Steyr prüft den Verdacht des Mordes.
Laut ORF-Recherchen richtet sich der Verdacht gegen einen 63-jährigen Mithäftling, der bereits wegen eines Doppelmordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Der Mann tötete 2017 in Linz-Urfahr ein Ehepaar und hatte in deren Haus Feuer gelegt. Er befindet sich seitdem im Maßnahmenvollzug.
Beide Männer waren im FTZ Garsten untergebracht, wo neben der Haft auch therapeutische Maßnahmen durchgeführt werden. Der genaue Tathergang sowie Details zu einer möglichen Tatwaffe sind bislang nicht bekannt und Gegenstand laufender Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, weitere Informationen nach Abschluss der Untersuchungen zu veröffentlichen.
Das Justizministerium erklärte, der Vorfall werde umfassend und unter Einbeziehung der internen Abläufe aufgeklärt. Kritik kommt von Volksanwältin Gabriela Schwarz, die auf Mängel bei der medizinischen und insbesondere psychiatrischen Versorgung im FTZ Garsten hinweist. Sie betont, dass psychiatrisches Fachpersonal nicht durchgehend vor Ort präsent sei. Die Volksanwaltschaft mahnt seit Jahren Verbesserungen der Personalsituation in Forensisch-Therapeutischen Zentren an.